Ölkrise und Folgen 1973 – 1989

Bei schwerer See für Stabilität sorgen

Ölkrise und Folgen 1973 – 1989

Bei schwerer See für Stabilität sorgen

Ölkrise und Folgen

Bei schwerer See für Stabilität sorgen

Rückläufige Konjunktur, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit. Von der Ölkrise 1973 geschwächt, verschlechtert sich Mitte der 1970er-Jahre die wirtschaftliche Lage Bremens dramatisch. Betroffen sind vorerst energieintensive Unternehmen: Kraftfahrzeug-, Elektro- und Textilbranche, Bauwirtschaft und Schiffbau. Die Sparkasse in Bremen begegnet mit Konsolidierung und Neuordnung dem wirtschaftlichen Abschwung und entwickelt sie sich gleichzeitig zum Universalkreditinstitut.

1975 – Erhöhtes Geschäftsrisiko

Die Sparkasse ist mit einer Bilanzsumme von 4,3 Milliarden D-Mark das größte bremische Kreditinstitut. Eine solide Basis in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Dennoch erhöht sich durch die Zunahme von Zahlungsunfähigkeiten ihrer gewerblichen Kunden das Geschäftsrisiko.

1975 – Beitritt zum Online-Verbund der Girozentralen

Den bargeldlosen Zahlungsverkehr weiter erleichtern, das gelingt mit dem Beitritt der Sparkasse in Bremen zum Online-Verbund der Girozentralen. Zur Vereinheitlichung des internationalen Zahlungsverkehrs schließt sie sich 1977 zudem dem SWIFT-System an: Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication.  

1981 bis 1983 – Erweiterungsbau

Am Brill Am 21.1.1981 wird der Erweiterungsbau an der Bürgermeister-Smidt-Straße eingeweiht. Ausdruck des wachsenden Auslandsgeschäfts, wie auch der Forcierung einer qualifizierten Weiterbildung für die Mitarbeiterschaft.   

Erweiterungsbau mit u. a. Räumen für die Landesbausparkasse, Firmenkunden- und Auslandsabteilung sowie neuem Bildungszentrum.

Erweiterungsbau mit u. a. Räumen für die Landesbausparkasse, Firmenkunden- und Auslandsabteilung sowie neuem Bildungszentrum.

(Quelle: Die Senatorin für Kinder und Bildung, Fotoarchiv)

Privatkunden

Wünsche verwirklichen 

1979 ff. – Von der Produkt- zur Kundenorientierung

Sparkassenbuch, prämienbegünstigtes Sparen, Versicherungssparen, Bausparen ... als Freie Sparkasse Spielräume nutzen, das macht die Sparkasse in Bremen. Im Angebot Produkte, die zwischen Kapitalanlage und Versicherungsschutz den Kundenbedürfnissen entgegenkommen.

Mit Illustration zur zielgerichteten, individuellen Ansprache.

Mit Illustration zur zielgerichteten, individuellen Ansprache.

1981 – Aufstellung von ec-Automaten

Bargeld rund um die Uhr verfügbar machen. Das gelingt mit der ec-Karte und der Aufstellung gut gesicherter ec-Automaten. 50, 100 oder mehr D-Mark? Klappe auf für die Scheine auf Knopfdruck. 1988 folgt die Bereitstellung von Kontoauszugdruckern.

1984 – Bankgeschäft vor dem Fernseher mit BTX

BTX steht für Bildschirmtext. Im Programm der Sparkasse finden BTX-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer Informationen über die gesamte Produktpalette. Sorten, Devisen und Aktienkurse sowie Veranstaltungspläne sind einsehbar. Ab 1985 kann auch der Girokontostand aufgerufen werden, Vordrucke bestellt und Überweisungen getätigt werden.  

1988 – Erste Kontoauszugdrucker

Die ersten Kontoauszugdrucker werden in den Geschäftsstellen der Sparkasse in Bremen aufgestellt. Lässt der aktuelle Kontostand die nächste Anschaffung zu? Diese Inforamtion kann zu jeder Tageszeit einfach selbst abgerufen werden.

1988 – Anfänge des Online-Banking

Mit dem s-Datenservice werden elektronische Daten zwischen der Sparkasse und dem Kunden durch den Austausch von PC-Datenträgern übermittelt. Eine Vorstufe zum Online-Banking, das sich in den weiteren Jahren rasant entwickelt.

Firmenkunde

Wachstum begleiten

1973 – Dem Baugewerbe unter die Arme greifen

Ein alarmierender Anstieg der Konkurse von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr kennzeichnet das Jahr 1973. Besonders die Baubranche kämpft mit Liquiditätsproblemen. Mit kurz- und mittelfristigen Kreditvergaben sowie einer kontinuierlichen Beratung unterstützt die Sparkasse in Bremen.

1980 – Innovative Inhaberschuldverschreibung

Als erste Sparkasse in Deutschland führt die Sparkasse in Bremen die erste börsenfähige Inhaberschuldverschreibung ein.

1983 – Schließung der A.G. Weser

Hohe Ölpreise, preiswerter produzierende Konkurrenten etwa aus Japan und Südkorea: Die Werftenkrise in Europa erreicht Bremen Ende der 1970er Jahre mit voller Wucht. 1983 wird die A.G. Weser, bei den Arbeitern liebevoll „Use Akschen” genannt, abgewickelt.

Die Sparkasse in Bremen hilft den plötzlich Arbeitslosen zum Beispiel durch Stundung ihrer laufenden Kredite.  

Werftanlage A.G. Weser

Werftanlage A.G. Weser, Über viele Jahrzehnte eine der größten Arbeitgeberinnen in Bremen.

1985 – Hightech kommt nach Bremen

Mit der Gründung der Universität Bremen in den 1970er Jahren sowie dem 1985 gegründeten Bremer Innovations- und Technologiezentrum BITZ und dem Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation ZARM kommt die industrieorientierte Forschung nach Bremen. Gut für den dringend benötigten Strukturwandel.  

1988 – Beteiligung an der Wolle

Die Sparkasse in Bremen beteiligt sich zu 43,75 Prozent an der neu gegründeten Bremer Wolle Beteiligungsgesellschaft mbh. Sie soll im Interesse der Bremer Wirtschaftsregion eine tragfähige Neuordnung des Aktionärskreises der Bremer Woll-Kämmerei BWK ermöglichen und den Fortbestand des wichtigen Arbeitgebers in Bremen-Blumenthal sichern.

1988 – Partnerin des Mittelstands

Ein umfassendes Kreditangebot und ein kompletter Dienstleistungsservice von der Unternehmensberatung bis zum 1988 eingeführten s-Datenservice für Gewerbetreibende – die Sparkasse positioniert sich weiterhin als Partnerin des Mittelstands.

1988 – Praxisnahe Beratung für Unternehmen

Die Resonanz ist groß. Die Beratungsleistung der Sparkasse für Unternehmen wird später neu organisiert. Die s-consult wird in dem Zuge aufgelöst, der Ansatz der praxisnahen Beratung weiterentwickelt.

Heute unterstützen Expertinnen und Experten der Sparkasse Bremen branchenspezifisch Unternehmen bei allen Fragen zu Finanzierung, Nachfolge und vielem mehr.

Werbung für die Firmenkundenberatung der Sparkasse Bremen aus 1988.

Firmenkundenberatung vom Marktführer, dahinter stehen 12 Teams mit insgesamt über 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sparkasse Bremen. 

Gemeinwohl

Gemeinwohl fördern

1974 – Sparkasse in concert

Am 4. November 1974 geht die Jugendkonzertreihe „Sparkasse in concert” mit der britischen Gruppe „Gong” an den Start. Kurz darauf begeistern Musikgrößen wie Keith Jarret das junge Publikum.

1974 – 65.000 finanzierte Wohnungen

Von den rund 140.000 nach dem Krieg bis 1974 gebauten Wohnungen sind ca. 65.000 von der Sparkasse in Bremen sowie der Landesbausparkasse mitfinanziert. Insgesamt stellt die Sparkasse in diesem Zeitraum rund eine Milliarde D-Mark für den Wohnungsbau zur Verfügung. Darunter befinden sich international beachtete Projekte wie die „Gartenstadt Vahr” und die „Neue Vahr”, errichtet ab 1957.

Großbaustelle Neue Vahr.

Großbaustelle Neue Vahr.

(Quelle: Staatsarchiv Bremen)

1975 – Sparen für den Alterswohnsitz

Bereits 1971 schließt die Sparkasse in Bremen einen Vertrag mit der Bremer Heimstiftung ab und legt damit den Grundstein für das „Heimsparen”. Im November 1975 gibt es bereits mehr als 1.260 Heimsparerinnen und -sparer. Die Gelder fließen in die Errichtung neuer Alterswohnsitze. Gebaut werden sie in Schwachhausen, Horn, Oberneuland und St. Magnus.

1980 – Ein Wal für Vegesack

Eine Erinnerung an die frühe Walfangtradition Vegesacks im 17. Jahrhundert.

Die Bronzeskulptur, gestaltet von Uwe Hässler, ist eine Schenkung der Sparkasse in Bremen, aufgestellt in der neuen Fußgängerzone des Stadtteils.

Bronzeskulptur für die Identität des Stadtteils Vegesack in Bremen-Nord.

Bronzeskulptur für die Identität des Stadtteils Vegesack in
Bremen-Nord.

(Quelle: Wikimedia, Quarz) 

1983 – Ein Club für die Jugend

Attraktive Freizeitangebote für 15- bis 25-Jährige. Mit eigenem Girokonto und einer Mitgliedschaftsgebühr von einer D-Mark pro Monat profitieren junge Menschen im neuen „CLUB“ der Sparkasse von einem Programm aus Musik, Film, Sport und Kultur.

Nach fünf Jahren (1989) ist er mit 18.500 Mitgliedern der größte Sparkassen-Club der Bundesrepublik Deutschland.

Anzeige im Weser Kurier zur Bewerbung des Club der Sparkasse und LBS Bremen

Anzeige im Weser Kurier zur Bewerbung des Club der Sparkasse und LBS Bremen.

1988 – Ein Haus für Seniorinnen und Senioren

Über die bereits 1955 von der Sparkasse in Bremen gegründete Stiftung-Bremer-Sparer-Dank wird der Bau eines Alten- und Pflegeheims an der Kulenkampffallee in Bremen-Schwachhausen ermöglicht.

Das mit 75 Plätzen für betreutes Wohnen und Pflege ausgestattete Haus Sparer Dank wird zusammen mit der Altentagesstätte vom Kreisverband Bremen der Arbeiterwohlfahrt betrieben.

Rettung der Böttcherstraße

Im Jahr 1988 hat die Sparkasse Bremen die Böttcherstraße – die heimliche Hauptstraße Bremens – in ihre Obhut genommen und trägt seitdem als Eigentümerin Verantwortung für diese 107 unverwechselbaren Meter der Stadt. Die Böttcherstraße ist untrennbar mit Bremen verbunden und trägt auf einmalige Weise zur Attraktivität des Stadtbildes bei. Sie beherbergt das weltweit erste Museum, das einer Malerin gewidmet ist. Die Böttcherstraße hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich und lockt als architektonisches Gesamtkunstwerk jährlich über eine Million Touristen an.

Zu verdanken ist dieses Kleinod dem Engagement des Bremer Kaufmanns Ludwig Roselius. Sein Mut, sein Einsatz, seine Entschlossenheit und seine Visionen haben es möglich gemacht, dass die ehemalige Handwerksgasse Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem architektonischen Gesamtkunstwerk wurde.

Unterstützt von den Architekten Alfred Runge und Eduard Scotland sowie dem Bildhauer Bernhard Hoetger hat Roselius die Backsteinhäuser ab den 1920er Jahren in ein einzigartiges Gebäudeensemble verwandelt, dessen Architektur weit über die  Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen sorgte.

Zwar wurden große Teile davon im Kriegsjahr 1944 zerstört – ein schmerzlicher Verlust für die Stadt –, doch der Familie Roselius gelang mit großem Kraftakt der Wiederaufbau, der bundesweit von großem Respekt begleitet war.

Als bekannt wurde, dass die Kinder der Familie Roselius nach einem Nachfolger für die Böttcherstraße suchten, war die Sorge in der Hansestadt groß, dieses Schmuckstück könne verloren gehen.

Die Sparkasse Bremen hat nicht lange gezögert, Verantwortung zu übernehmen – sie ist 1988 gern Eigentümerin geworden. Für die Sparkasse Bremen stand außer Frage, dass dieses Wahrzeichen unbedingt geschützt werden muss. Denn die Böttcherstraße ist ein fester Bestandteil des kulturellen Erbes unserer Stadt.

  Böttcherstraße Haus des Glockenspiels

Böttcherstraße Haus des Glockenspiels.

(Quelle: Staatsarchiv Bremen)

Böttcherstraße Blick auf das Ludwig Roselius Museum

Böttcherstraße Blick auf das Ludwig Roselius Museum

 Cookie Branding
i